Warmup DCM-PRO: Fußbodenheizung und Entkopplung in einem System

Technik & Systeme · Veröffentlicht · Aktualisiert · 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Warmup DCM-PRO ist eine elektrische Fußbodenheizung, bei der ein Heizkabel in eine Entkopplungsmatte eingelegt und direkt im Fliesenkleber unter der Fliese verlegt wird. Die Matte ist laut Hersteller rund 6 mm dick und soll den Fliesenbelag vor Rissen aus dem Untergrund schützen. Voraussetzung sind ein gedämmter, tragfähiger Untergrund und ein Anschluss durch eine Elektrofachkraft.

Warmup-Präsentation in der Ausstellung von Fliesen Liebscher: Wi-Fi-Thermostat 6iE und Wärmeplatte zum Fühlen der FußbodenheizungMit KI bearbeitet
Warmup-Präsentation mit Thermostat 6iE in der Ausstellung von Fliesen Liebscher in Korschenbroich; mit KI bearbeitet.
Inhalt
  1. Was ist Warmup DCM-PRO?
  2. So funktioniert das System
  3. Technische Daten laut Hersteller
  4. Wo sich DCM-PRO eignet
  5. Grenzen und Voraussetzungen
  6. Beratung bei Fliesen Liebscher
  7. Häufige Fragen

Was ist Warmup DCM-PRO?

Warmup DCM-PRO ist eine elektrische Fußbodenheizung für Fliesen- und Natursteinböden. Das System besteht aus zwei Teilen: einer Entkopplungsmatte aus Polypropylen und einem Heizkabel, das von Hand in die Noppen der Matte gedrückt wird.

Die Matte übernimmt zwei Aufgaben. Sie hält das Heizkabel im richtigen Abstand, und sie trennt den Fliesenbelag vom Untergrund. Warmup beschreibt das als Schutz des Fliesenbelags vor Rissen, weil Spannungen aus dem Untergrund nicht direkt an die Fliese weitergegeben werden.

Die Matte gibt es in zwei Ausführungen: selbstklebend („Peel and Stick“) und mit Vlies auf der Unterseite („Fleece“). Laut Warmup eignet sich die selbstklebende Matte für glatte Untergründe und Warmup-Dämmplatten, die Vlies-Matte eher für raue oder feuchte Untergründe.

So funktioniert das System

Warmup beschreibt für Fliesenbeläge diesen Aufbau, von unten nach oben:

  1. gedämmter, ebener Untergrund
  2. Warmup-Grundierung
  3. optional Warmup-Dämmplatte „Ultralight“ im Fliesenkleber
  4. bei der Vlies-Matte: flexibler Fliesenkleber als Bettung
  5. DCM-PRO-Matte
  6. Heizkabel in den Noppen der Matte, dazu der Bodenfühler zwischen zwei Kabelbahnen
  7. flexibler Fliesenkleber
  8. Fliese oder Naturstein

Das Heizkabel liegt damit im Fliesenkleber, also dicht unter der Oberfläche. Die Noppen verteilen die Wärme laut Hersteller über den Kleber in die Fläche. Über den Abstand der Kabelbahnen – alle zwei, drei oder vier Noppen – wird die Heizleistung pro Quadratmeter festgelegt.

Die Dämmplatte ist optional. Warmup empfiehlt sie, weil sie die Reaktionszeit verbessern kann, vor allem auf Estrich oder Beton.

Gesteuert wird die Heizung über ein Thermostat mit Bodenfühler. Warmup schreibt vor, dass das System immer mit Thermostat und Fühler betrieben wird. In unserer Ausstellung in Korschenbroich ist das Warmup-Thermostat 6iE an einer Warmup-Präsentation zu sehen – so wie auf dem Beitragsbild. Es hat einen Touchscreen, lässt sich laut Warmup per WLAN und über die App „MyHeating“ bedienen und arbeitet mit Raum- und Bodenfühler.

Technische Daten laut Hersteller

Merkmal Angabe
Dicke der Matte „Peel and Stick“ 5,8 mm (± 0,5 mm)
Dicke der Matte „Fleece“ 6,1 mm (± 0,5 mm)
Material der Matte Polypropylen, selbstklebend oder mit Vlies
Dicke des Heizkabels 4,5 mm (± 0,2 mm)
Heizleistung Standardkabel 150 W/m² bei 90 mm Abstand, einstellbar von 112,5 bis 225 W/m²
Heizleistung Low-Wattage-Kabel 55 W/m² bei 90 mm Abstand, einstellbar von 41,3 bis 82,5 W/m²
Kabelabstände 60 mm, 90 mm oder 120 mm
Betriebsspannung 230 V AC, 50 Hz
Schutzart Heizkabel IPX7
Anschlussleitung 3,0 m
Kürzen des Heizkabels nicht zulässig
Höchste Einstellung des Bodenfühlers 40 °C
Thermostat 6iE Touchscreen, WLAN, Raum- und Bodenfühler, Schutzart IP33, bis 16 A

Quelle: Warmup – DCM-PRO Technical Specification (PDF), Warmup – DCM-PRO Installationsanleitung (PDF), Warmup – DCM-PRO System und Warmup – 6iE Smart WiFi Thermostat. Die Unterlagen stammen von Warmup Großbritannien und sind auf Englisch.

Wo sich DCM-PRO eignet

Bad: Warmup bietet für DCM-PRO ein eigenes Abdichtungsband mit Innen- und Außenecken an und beschreibt in der Installationsanleitung, wie die Fläche damit abgedichtet wird. Wie die Abdichtung im Bad insgesamt aufgebaut wird, erklären wir auf unserer Seite zu Abdichtung und Verfugung.

Küche und Wohnräume: Das System ist für Fliesen und Naturstein ausgelegt. Laut Warmup sind auch Vinyl, Holz oder Teppich möglich, wenn zuerst eine mindestens 10 mm dicke Ausgleichsmasse über die Vlies-Matte gegossen wird. Der Belag muss vom Hersteller für Fußbodenheizung freigegeben sein.

Sanierung und Altbau: Warmup beschreibt DCM-PRO als Lösung für neue, gut gedämmte Gebäude ebenso wie für ältere Gebäude mit höherem Wärmebedarf. Für gut gedämmte Häuser ist das Low-Wattage-Kabel vorgesehen, für ältere Häuser das Standardkabel. Ob die Heizung als alleinige Heizung im Raum reicht, hängt laut Warmup von der Heizlast des Raumes ab.

Zu Außenflächen wie Balkon oder Terrasse machen die ausgewerteten Warmup-Unterlagen keine Angaben. Dazu beraten wir Sie im Einzelfall.

Grenzen und Voraussetzungen

Untergrund: DCM-PRO darf laut Warmup nur auf gedämmten Untergründen oder auf Zwischendecken zwischen zwei Geschossen verlegt werden. Der Untergrund muss eben, trocken, frostfrei, tragfähig und formstabil sein. Alte Beläge wie Vinyl, Kork oder Teppich samt Kleber müssen vorher entfernt werden.

Elektroanschluss: Den Anschluss an das Stromnetz muss eine Elektrofachkraft ausführen. Warmup verlangt außerdem, dass der Stromkreis über einen 30-mA-Fehlerstromschutzschalter abgesichert ist. Im Bad dürfen laut Warmup Thermostate und andere netzbetriebene Bauteile nicht in den Schutzbereichen 0 und 1 sitzen. Häufig wird das Thermostat deshalb außerhalb des Bades montiert.

Planung der Heizfläche: Das Heizkabel hat eine feste Länge und darf nicht gekürzt werden. Die Heizfläche muss deshalb vorab genau geplant werden. Unter fest eingebauten Möbeln wie Küchen- oder Badschränken wird laut Warmup kein Heizkabel verlegt. Das Kabel darf keine Bewegungsfugen des Gebäudes kreuzen.

Kontrolle beim Einbau: Warmup schreibt vor, den Widerstand des Heizkabels vor, während und nach dem Verlegen zu messen und zu dokumentieren. So fällt eine Beschädigung auf, bevor die Fliesen liegen.

Energieverbrauch: Wie viel Strom die Heizung verbraucht, hängt unter anderem von Dämmung, Raumgröße, Belag und Nutzung ab. Belastbare Aussagen zu Einsparungen können wir ohne Berechnung für Ihr Objekt nicht machen.

Beratung bei Fliesen Liebscher

Sie interessieren sich für eine Fußbodenheizung unter Fliesen oder planen eine Badsanierung? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf – wir beraten Sie gern persönlich.

Häufige Fragen

Welche Bodenbeläge eignen sich für Warmup DCM-PRO?

DCM-PRO ist laut Warmup für Fliesen und Naturstein gedacht, die direkt auf die Matte verlegt werden. Vinyl, Holz oder Teppich sind nach Herstellerangabe möglich, wenn vorher mindestens 10 mm Ausgleichsmasse aufgebracht wird und der Belag für Fußbodenheizung freigegeben ist.

Wie hoch baut das System auf?

Warmup gibt die Dicke der Matte mit 5,8 mm (Peel and Stick) oder 6,1 mm (Fleece) an. Dazu kommen Fliesenkleber, Fliese und gegebenenfalls eine Dämmplatte. Die genaue Aufbauhöhe hängt vom jeweiligen Bodenaufbau ab.

Kann DCM-PRO im Altbau verlegt werden?

Ja, wenn der Untergrund die Vorgaben von Warmup erfüllt: gedämmt oder eine Zwischendecke zwischen zwei Geschossen, eben, trocken und tragfähig. Ob der Untergrund vorbereitet werden muss, hängt vom Einzelfall ab.

Muss ein Fachbetrieb die Heizung einbauen?

Den Anschluss an das Stromnetz muss eine Elektrofachkraft ausführen, der Stromkreis braucht laut Warmup einen 30-mA-Fehlerstromschutzschalter. Für die Verlegung unter Fliesen empfehlen wir einen Fliesenfachbetrieb, weil Matte, Kabel und Fliesenkleber genau aufeinander abgestimmt sein müssen.

Wie wird die Fußbodenheizung gesteuert?

Warmup schreibt den Betrieb mit Thermostat und Bodenfühler vor. Das Thermostat 6iE, das Sie an der Warmup-Präsentation in unserer Ausstellung sehen, lässt sich laut Warmup am Touchscreen, per WLAN und über die App „MyHeating“ bedienen.